Sommer 2015. Anfang Juli. Eine rekordverdächtige Hitzewelle rollt quer über Deutschland mit Temperaturen nahe der 40°C-Marke. Die Schüler und Schülerinnen aus NRW können sich glücklich schätzen: In Nordrhein-Westfalen sind immerhin Sommerferien seit dem 29. Juni. Sie können sich im Schwimmbad, am See oder im Urlaub am Meer abkühlen. Doch was ist mit den Schülern oder Arbeitnehmern, die noch keine Ferien haben? …


Müssen sie bei den hohen Temperaturen weiterhin im Klassenzimmer oder Büro ausharren oder AB WANN GIBT ES HITZEFREI?
Das ist grundsätzlich eine gute und berechtigte Frage, auf die es allerdings keine pauschale Antwort gibt. In den meisten Bundesländern liegt es im Ermessen des Schulleiters, ob bei hohen Temperaturen in den Klassenräumen nach Rücksprache mit den anderen Lehrern Hitzefrei erteilt wird oder nicht. In Hessen soll sich der Schulleiter außerdem vorher mit benachbarten Schulen absprechen. Allgemein gilt aber auch, dass der Direktor, sofern er im Verlauf eines Unterrichtstages Hitzefrei erteilt, auch die Fahrpläne von Bus und Bahn berücksichtigen muss, ebenso den Fakt, dass jüngere Schüler in der Regel von den Eltern abgeholt werden (müssen). Deshalb ist Hitzefrei in Grundschulen auch immer seltener. Unterricht im schattigen Pausenhof ist da oftmals die beliebtere Variante.

Gibt es Hitzefrei im Büro?
Hitzefrei für Arbeitnehmer gibt es nicht. Steigen die Temperaturen auf  30°C oder mehr, wird es auch in den Büros zunehmend unangenehmer. Der Arbeitgeber hat dafür Sorge zu tragen, dass die Angestellten der Sonneneinstrahlung nicht schutzlos ausgeliefert sind, z.B. durch Jalousien. Bei Raumtemperaturen von 30°C und mehr hat der Arbeitgeber Trinkwasser  bereitzustellen.  Er kann auch die Regelungen für die Bekleidung lockern oder die Arbeitszeit auf den kühleren Morgen vorverlegen. Generell gilt: Übersteigt die Raumtemperatur 35°C, ist es für den Arbeitnehmer unzumutbar und der Raum ist nicht mehr zu Arbeiten geeignet.