Dies ist mittlerweile eine in unserer Gesellschaft sehr häufig gewordene Diagnose bei Schülern und Studenten. Dies hängt mit den seit Jahren angepriesenen Voraussetzungen zusammen, die die Gesellschaft an Schüler und Studenten formuliert. Überall wird erzählt und vermittelt, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen um eine gute Zukunft zu haben. Ein gutes bis sehr gutes Abitur, ein schnell abgewickeltes und trotzdem gutes Studium, so wie ein herausragender Master.

Viele der Betroffenen Studenten suchen bereits nach weniger als zwei Semestern den Universitätspsychologen auf, da sie bereits nach diesem Zeitraum von den Anforderungen und dem Druck der Universität gereizt und überfordert sind. Die Zahl der Betroffenen Studenten liegt seit einigen Jahren bei einer Zahl rund um die 100.000 Studenten. Diese leiden meist unter Symptomen wie Lernstörungen, so wie Leistungsproblemen und Prüfungsangst – alles Vorboten des Burn-outs. Nicht ein jeder der Studenten, die zu einem sogenannten Schulpsychologen gehen, muss in die Klinik, aber auch das passiert pro Universität im Schnitt etwa zwei bis dreimal pro Jahr. Bei Schüler ist es so, dass mittlerweile etwa die Hälfte der Schüler unter psychosomatischen Problemen leidet.

Der Stress beginnt mit dem Start des Bachelorstudiums, in welchem die Studenten von Beginn an Prüfungen schreiben und dies auch bis zum Ende des Studiums nicht abzureißen scheint. Sobald eine Prüfung abgeschlossen und hoffentlich bestanden wurde, ist es so, dass direkt für die nächste gelernt werden muss, ohne dass ein Zeitraum zur Erholung und zum Runterfahren vorhanden ist. Dazu kommt ebenfalls, dass die Studenten sich selbst überschätzen und der Druck der sagt, dass alles in Regelstudienzeit erledigt werden muss und ja kein Semester länger studiert werden sollte. Zudem kommt ein Leistungsdruck, Stress und die Anonymität, die mit einem Studium zusammenhängen und welche die Studenten nicht gewohnt sind, da es in der Schule anders abläuft – weitaus entspannter und jeder kennt einen jeden in der Klasse. Die Studenten und Schüler die von einem Burn-out am meisten gefährdet sind, sind jene die eigentlich am engagiertesten und am perfektionistischsten sind. Diese bauen sich nämlich selbst den höchsten Druck und die höchste Erwartung an sich selbst auf. Sie bauen sich den Alltag so um, dass Schule und Lernen das Wichtigste sind und das Treffen mit Freunden und die generelle Freizeit werden nach hinten verdrängt, sodass der Betroffene sich komplett isoliert und nicht mehr an dem Leben außerhalb des Lernens teilnimmt.

So entwickelt sich eine negative Spirale die den Betroffenen immer weiter nach unten zieht und ihn erstmal nicht so leicht wieder aufstehen lässt.

Der Verlauf lässt sich in verschiedene Punkte unterteilen, in diesem Artikel sind es acht Punkte, die den Verlauf des Burnouts beschreiben:

1. Der Zwang es sich und anderen Menschen zu beweisen

Das bedeutet, dass der Student es sich und allen um ihn rum zeigen will, was er kann und das er dies in einer besonders schnellen Zeit und gleichzeitig mit sehr guten, wenn nicht sogar den bestmöglichen Ergebnissen bestehen kann.

2. Vernachlässigung der Bedürfnisse

Der Betroffene achtet nicht mehr auf seine Bedürfnisse wie Schlaf, Hunger und Freizeit, was sich auf den Körper auswirkt, welcher schwächer und müder wird.

3. Körperliche Probleme

Es treten körperliche Probleme wie Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerzen als Folgen der nicht erfüllten Bedürfnisse auf, welche in den meisten Fällen vom Betroffenen nicht weiter beachtet werden, im Sinne vom Besuch bei einem Arzt oder ähnlichem.

4. Weiter Funktionieren

Um weiter funktionieren zu können greifen Betroffene immer häufiger zu „Hilfsmitteln“ wie Tabletten, Alkohol und anderen Rauschmitteln um mal wieder runter zu kommen oder um sich besser konzentrieren zu können.

5. Verschieben der Werte

Die eigenen Werte verschieben sich und es wird nichts mehr außerhalb des eigenen Raums geamcht, sodass sich komplett isoliert wird.

6. Man wird kühler

Gegenüber Mitmenschen ist der Betroffene ruppiger und kühler. Er wird gereizt und schnippisch und verliert den Spaß und den Humor.

7. Schmerz und Überlastung

Der Betroffene verspürt keine Freude mehr und verspürt Schmerzen am ganzen Körper, wie Gliederschmerzen, Kopfschmerzen und ähnliches.

8. Depression

All das kann in den schlimmsten Fällen in Depressionen und Nervenzusammenbrüchen enden, was nicht nur für den Betroffenen, sondern ebenfalls Angehörige und Freunde desjenigen schlecht ist.