Nach der Grundschule oder der 10. Klasse die richtige Schulwahl zu treffen, ist gar nicht so leicht. Das Kind weiß nicht, was es später einmal werden und in welchen Beruf es einsteigen möchte. Es kann seine Interessen und Fähigkeiten noch nicht genau einschätzen und steht vor einer Zukunft, für die ihm zwar alle Türen offen stehen, wobei die Möglichkeiten einer Weiterbildung aber so vielfältig sind, dass es häufig schwer fällt, sich für eine einzige zu entscheiden.


Schon am Ende der Grundschule sollte das Kind wissen, ob es später das Abitur, ein Fachabitur oder eine Ausbildung absolvieren will und seine zukünftige Schule nach dieser Entscheidung auswählen. Natürlich kommt es bei allen verschiedenen schulischen Möglichkeiten auch immer auf das Kind an. Wo liegen seine Stärken und Schwächen? Hat es viel Motivation zum Lernen? Kann es eigenständig seine Aufgaben erledigen oder muss es ständig daran erinnert werden? Ist es eher praxisorientiert und hat mehr Freude daran, später einen handwerklichen Beruf auszuüben oder kann es sich dies gar nicht vorstellen?

Die Vorlieben des Kindes beeinflussen stark die Schulwahl und sollten auf jeden Fall bei der Entscheidung mitberücksichtigt werden. Zu empfehlen ist außerdem immer ein Gespräch mit dem oder der GrundschullehrerIn, da diese/r das Kind und dessen schulische Fähigkeiten besonders gut kennt und es auch gerne bei der Entscheidung unterstützt. Zusätzlich gibt es meistens einen Tag der offenen Tür, wo sich Eltern und Kind selbst ein Bild von der bevorzugten Schule machen können. Doch was spricht denn überhaupt für diese unterschiedlichen Formen der Grundbildung und wo liegt genau der Unterschied, auch in Bezug auf die berufliche Zukunft?

Seit den 2000ern wurde in Deutschland durch die Schulreform G8 in immer mehr Bundesländern beschlossen, die Zeit im Gymnasium bis zum Abitur von der dreizehnten auf die zwölfte Jahrgangsstufe zu verkürzen. Will ein Kind das Abitur machen, muss es also nach der Grundschule das acht- beziehungsweise neunjährige Gymnasium absolvieren. Doch das Kind sollte nicht zum Besuch eines Gymnasiums gezwungen werden, nur, weil die Eltern dies möchten. Es gibt auch andere Bildungsmöglichkeiten, denn nicht für jede und jeden ist das Gymnasium das Richtige, da es viel Aufwand in Bezug auf Hausaufgaben und eigenständiges Lernen verlangt und doch einige Jahre lang dauert. Sollte das Kind sich selbst aber eindeutig für das Gymnasium entscheiden, und ihm fallen dann manche Fächer schwer, gibt es viele Portale, wie TeachBack, auf denen nach NachhilfelehrerInnen gesucht werden kann, welche das Kind bei seinen Prüfungsvorbereitungen unterstützen und ihm oder ihr helfen, das Gymnasium positiv abzuschließen.
Natürlich reicht das Abitur alleine meist nicht aus, um ins Berufsleben zu starten, da keine Praxiserfahrung in einem bestimmten spezifischen Bereich vorhanden ist. Dennoch kann der Schüler auch nach dem Abitur wieder frei wählen: Studium, Ausbildung, alles ist möglich. Für das Studium hat der Schüler oder die Schülerin nach dem Abitur eine gute Ausgangsgrundlage und kann sich überlegen, was spannend wäre, wo er oder sie sich weiterbilden könnte und wie er oder sie das zukünftige Leben am liebsten gestalten möchte.

Manche Kinder bevorzugen nach der Grundschule die Realschule, da sie sich so auf eine bestimmte thematische Richtung konzentrieren können. Die Kinder werden zwar ebenfalls wissensorientiert gebildet, können aber auch bereits Praxiserfahrung in verschiedenen Bereichen sammeln und sich auf eventuelle, zukünftige Berufe vorbereiten. Dabei ist es außerdem möglich, sich nach zwei Jahren für einen fachlichen Schwerpunkt zu entscheiden, wobei je nach Bundesland in Deutschland unterschiedliche Wissensbereiche zu wählen sind. Es soll eine erweiterte Grundbildung vermittelt werden und schlussendlich wird mit der mittleren Reife abgeschlossen. Dies bedeutet, dass die Schüler nun direkt in einen Lehrberuf einsteigen können. Wollen sie das nicht, ist es immer noch möglich, ein Fachabitur zu absolvieren. Somit dauert die Schule noch einmal zwei Jahre, also ebenso lange, wie das Gymnasium.
Es gibt beim Fachabitur sowohl eine positive, als auch eine weniger positive Seite. Der Nachteil besteht darin, dass die Bildung der RealschülerInnen nicht so breit gefächert ist, wie jene der SchülerInnen auf dem Gymnasium, was bedeutet, dass bestimmte Fächer an der Universität nicht belegt werden können und die Auswahl deshalb von vornherein eingeschränkter ist, als es bei Gymnasiasten und Gymnasiastinnen der Fall ist. Doch es müssen auf jeden Fall auch die Vorteile berücksichtigt werden. Der Größte ist wohl der, dass die Jugendlichen sich in dem Bereich, in dem sie ihr Fachabitur machen, wirklich sehr gut auskennen, Praxiserfahrung besitzen und sofort in das berufliche Leben einsteigen können. Danach fällt es den meisten leicht, einen Job zu finden, da sie sehr gute Qualifikationen besitzen und dies genau das ist, was viele Betriebe suchen. Auch Aufstiegschancen sind aufgrund des Fachabiturs gegeben. Da sie einen höheren Bildungsabschluss besitzen, können sie sich aber auch, sofern sie sich noch stärker spezialisieren möchten, an Universitäten für bestimmte Fachrichtungen einschreiben, wie dies zum Beispiel am MCI in Innsbruck möglich ist. Somit können sie auf ihr bereits erworbenes, sehr gutes, fachliches Wissen noch aufbauen. Es fällt ihnen leicht, an fachlich orientierten Universitäten einen Platz zu bekommen und mit den anderen Studierenden im Stoff mitzuhalten, da sie vieles schon einmal gehört haben. Das Allgemeinwissen, das beispielsweise Gymnasiasten und Gymnasiastinnen erwerben müssen, wird durch ihr Fachwissen kompensiert beziehungsweise an jenen Universitäten auch nicht benötigt. Wichtig zu wissen ist außerdem, dass die Absolventen und Absolventinnen der Realschule, sofern sie gute Noten haben, anschließend immer noch auf das Gymnasium wechseln und dort das Abitur nachholen können.

Schlussendlich gibt es noch eine weitere Möglichkeit und zwar jene, direkt nach der 10. Klasse mit einer Ausbildung zu beginnen. Dabei kommt es wieder darauf an, was das Kind für Interessen hat. Wenn das Lernen generell eher schwerfällt oder aber auch dann, wenn der Schüler oder die Schülerin schon genau weiß, was für ein berufliches Ziel er oder sie hat und jenes auch ohne Abitur erreichbar ist, kann er oder sie natürlich sofort mit einer Lehre beginnen. Hier kommt jedoch dazu, dass der Schüler oder die Schülerin neben dem Job, was meist 40 Stunden/Woche arbeiten bedeutet, auch noch lernen muss, um die Berufsschule positiv abzuschließen. Zusätzlich verfügt er oder sie über viel weniger Freizeit als SchülerInnen oder Studenten und Studentinnen. Außerdem kann es sein, dass die Aufstiegschancen ohne Abitur gering sind, dies ist aber, je nach beruflichem Bereich, sehr unterschiedlich und der oder die Jugendliche sollte sich deshalb zuerst genauer darüber informieren, um diesen Punkt in eventuelle Überlegungen miteinbeziehen zu können. Vergessen werden darf jedoch nicht, dass der oder die Arbeitende schon früh über ein eigenes Einkommen verfügt und nichts lernen muss, was nicht mit dem jeweiligen beruflichen Bereich, für den er oder sie sich interessiert, zu tun hat. Außerdem ist der oder die Arbeitende viel früher unabhängig, als dies auf einer länger andauernden Schule oder beim Studieren der Fall ist. Nach einer solchen Ausbildung verfügt er oder sie also bereits über Berufserfahrung und wird deshalb von vielen Betrieben lieber aufgenommen, als Studenten und Studentinnen, die zwar in Bezug auf ihr Wissen hochgradig qualifiziert sind, aber meist nur wenig Praxiserfahrung besitzen, sieht man einmal von jenen mit Fachabschluss ab.

Grundsätzlich ist das Treffen von Entscheidungen immer schwierig und natürlich besonders von jenen, die das zukünftige Leben betreffen. Doch auch wenn der Schüler oder die Schülerin das Gefühl hat, sich falsch entschieden zu haben, kann er oder sie sich immer noch neu orientieren. In Deutschland gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, egal ob nach einer Ausbildung, einer Realschule oder einem Gymnasium und jede und jeder muss sich nur trauen, seine oder ihre Interessen zu verfolgen und sich die eigenen Träume zu erfüllen.